Die Geschichte des Matcha Tees

Bild: Geschichte des Matcha Tees, Seerosen und Wassertempel

Die Geschichte des Matcha Tees ist wirklich sehr spannend. Sie beinhaltet philosophische Züge, ist geplagt von Kriegen und Blut, verlorenen Kulturen und tapferen Mönchen. Sogar Dschingis Kahn spielt mit.

 

Lies weiter und tauche ein in eine abenteuerliche und informative Erzählung über den Luxus- Tee aus Japan. 

 

Autor: Oliver Pawlonka

Matcha - Experte und Blogger 

 


Die Geburtsstunde des Matcha Tees

 

Den Ursprung von der Zubereitung des gemahlen Tees findet man im alten China in der Song- Dynastie um das Jahr 960. Zuvor in der Tang- Dynastie wurde Tee gedämpft, im Mörser zerrieben und zu einem Kuchen geformt.

 

Anschließend wurde dieser mit Reis, Ingwer, Salz, Zitronen und manchmal auch Zwiebeln in einem Kessel zerkocht. Das Resultat wahr eine sirupartige Brühe. 

 

Erst in der Song-Dynastie erlebte die Teezubereitung eine gravierende Änderung. Der Tee wurde zu feinem Pulver zerrieben und mit heißem Wasser und einem Bambusbesen aufgeschlagen. 

 

Die Weltanschauung der Menschen änderte sich, die Kunst des Lebens rückte in den Vordergrund und der Mensch sah sich im Einklang mit der Natur. Teekonsum wurde vom Zeitvertreib zum Mittel der Selbstverwirklichung.

 

Wie der Tee nach Japan kam

 

Zu dieser Zeit entdeckten japanische Mönche den Tee bei einer Reise durch China. Vom Geschmack und der Wirkung begeistert, brachten sie den Tee mit in ihr Heimatland. Schnell erfreute er sich dort großer Beliebtheit und prägte später die gesamte Kultur.

Im Jahre 1191 wurden die ersten Teesamen in Japan gepflanzt. Genauer gesagt im Bezirk Uji bei Kyoto, dem Ort von wo auch unser True Matcha stammt. Das besondere Klima  schuf eine ganz neue Qualitätsstufe von Grüntee Pulver, den ersten wahren Matcha.

In der Geschichte des Matcha Tees wurde hiermit eine neue Ära in Japan eingeleitet. Über die Jahrhunderte wurde der Anbau und die Zubereitung perfektioniert. 

 

Schließlich entstand die Teezeremonie bzw. der Teeweg, einem wichtigen Aspekt des japanischen Zenbuddhismus.

Was Dschinghis Khan mit Matcha zutun hat

Bild: Tempel im Wald, Natur, Teich

 

Doch wieso kennt man heutzutage nur noch Beuteltee oder lose Teeblätter im heißen Wasser und runzelt die Stirn, wenn man zum ersten mal etwas von Matcha, dem Grüntee in Pulverform hört?

 

Der Grund dafür ist der Einfall mongolischer Stämme in China. Im 13. Jahrhundert verwüstete Dschingis Khan mit seinen Kriegern das ganze Land.

 

Von den Folgen konnten sich die Chinesen nur langsam erholen und viel Kulturgut ging dabei verloren. So auch das Wissen um die Zubereitung und der spezielle Anbau von Matcha. 

 

Die ersten großen Erfahrungen mit Tee machte die westliche Welt in China nach dem Einfall der Mongolen. Zu jener Zeit hatte sich dort, der Einfachheit halber, das überbrühen ganzer Teeblätter etabliert.

 

Die Geschichte des Matcha Tees, der spezielle Anbau und die Philosophie des Teepulvers waren schon längst in Vergessenheit geraten. 

 

"Matcha" aus China gibt es erst wieder seit einigen Jahren. Dabei steht häufig nur das wirtschaftliche Interesse im Vordergrund. In China werden so z.b. statt Tencha, schneller wachsende Teesorten verarbeitet.

 

Oder es wird auf Schattenphasen, die für den Reifeprozess der Inhaltsstoffe wichtig ist verzichtet, da dieser die Pflanze langsamer wachsen lässt. Zudem geschieht der Mahlprozess in Stahlmühlen, welche viel zu heiß werden und die wertvollen Inhaltsstoffe vernichten. 

 

Matcha aus China ist daher immer mit Vorsicht zu genießen. 

Die siegreichen Samurai

Bild: Alte Malerei, japanische Samurai wehren Mongolen ab, Geschichte von Matcha
Der Samurai Suenaga im Kampf gegen mongolische Pfeile und Bomben. Mōko Shūrai Ekotoba (蒙古襲来絵詞), ca.1293

 

Die mongolischen Horden versuchten auch in Japan einzufallen, doch dort wurden sie gestoppt. Die Japaner schlugen gleich mehrere Invasionsversuche der Angreifer zurück.

 

Japan blieb in der Hand der Japaner und ihre Kultur konnte fortwährend wachsen. So auch der Tee Kult. In der Geschichte des Matcha Tees spielt Japan eine zentrale Rolle.

 

Ohne die Mönche gäbe es keinen Matcha wie wir ihn heute kennen.

Nur Japan bewahrte jenes Teeideal und perfektionierte die Anbauweise, Verarbeitung und Zubereitung des Tees.   

Besonders die Region Uji bei Kyoto ist nach wie vor die Geburtsstätte des besten grünen Tees der Welt. Noch heute beziehen die Tempel und Chado Häuser ihren Tee nur aus Uji.

Beinahe tausend Jahre reifte die Tradition in Japan und heute ist Matcha dabei, den Teegenuss in ganz Europa zu bereichern. Wer also echten Matcha ausprobieren möchte, sollte stehts Matcha aus Japan kaufen. Nur dort ist es noch immer echter Matcha.
Grünes Teepulver aus China ist heute nur noch ein Imitat und hat bis auf den historischen Ursprung, wenig mit Matcha aus Japan gemeinsam.

Fazit

 

Zerriebener Tee hat seinen Ursprung in China und war anfangs nur eine Zutat von vielen in einer sirupartigen Brühe. Später erst wurde sein Wert erkannt und die Kunst der Teezubereitung entstand.

 

Japanische Wandermönche entdeckten auf Reisen durch China den edlen Grüntee und seine  Zubereitung. Sie  nahmen Samen und Wissen mit in ihr Heimatland und perfektionierten über Jahrhunderte die Kunst.

 

Der Einmarsch Dschinghis Khans in China verwüstete das Land und vieles Wissen ging verloren, auch das um den Pulvertee. Japan konnte sich gegen die Invasoren behaupten. 

 

Die Tradition wurde in Japan bewahrt, heute wird Matcha Tee auch wieder aus anderen asiatischen Ländern verkauft. Der wahre Grüntee kommt jedoch aus einem Land und einer bestimmten Region.

 

Japan. Uji in der Präfektur Kyoto. 

 

Habt ihr auch schon Erfahrungen mit Matcha aus anderen Herkunftsländern gemacht? Schreibt es uns in die Kommentare!


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