Grüner Tee und Zen

Der Tee

Tee und Kaffee werden auf der ganzen Welt getrunken. Oft geht damit ein Moment der Ruhe einher. Ob in der "Tea-Time" in England, oder aber mit einer heißen Tasse Kaffee am frühen Morgen, man nimmt sich eine Auszeit von der hektischen Gegenwart, um dann mit neuer Kraft durchzustarten. Zumindest sollte das so sein. 

 

In diesem Beitrag möchte ich euch den Tee, seine Geschichte und seine Verknüpfung mit dem Zen näher bringen. Dabei werdet ihr erfahren, welche Veränderung die Art des Teetrinkens durchlaufen hat und wie der Geist des Teeismus auch heute noch Einzug in euren Alltag finden kann, um euch dabei zu helfen ein Stück weit mehr im hier und jetzt zu verweilen. 


Geschichte des Tees

Unsere Reise beginnt im alten China, in der kaiserlichen Tang- Dynastie, die vom Jahr 618 bis 907 herrschte. Zu dieser Zeit kannte man schon viele gesundheitlich fördernde Lebensmittel, die als eine Art Tee zubereitet für den Menschen positive Effekte hatten. Neben Teepflanzen wurden aber auch z.B. Ingwer, Salz, Zitronen und Zwiebeln als förderlich angesehen und dementsprechend zusammen benutzt. Die Teepflanzen wurden gedämpft und zerrieben, zu einem feuchten Kuchen geformt, mit den oben genannten Zutaten in einen Kessel geworfen und lange zerkocht. Das Ergebnis hatte mit dem heutigen Tee wenig zu tun, eher glich er einer dickflüssigen Brühe oder einem Sirup.

 

Um das Jahr 960 wurde die Song-Dynastie eingeleitet und es fand gleichzeitig ein Umbruch in den Köpfen der Bevölkerung statt. Die chinesischen Mönche befassten sich stark mit der buddhistischen Lehre. Vermehrt wurde über die Natur philosophiert und die Menschen wollten mit ihr mehr im Einklang leben. Es entwickelte sich der Chan-Buddhismus, der ab dem 12. Jahrhundert in Japan Einklang fand und zum Zen wurde. Die chinesischen Mönche revolutionierten in der Song-Dynastie die Kunst des Teetrinkens. Gegen ende der Tang-Dynastie wurde auf ergänzende Zutaten bei der Teezubereitung verzichtet und nur die Teepflanze verarbeitet. Tee wurde so beliebt, dass unterschiedliche Teeschulen regelrechte Teewettkämpfe untereinander ausfochten und den besten Tee kürten. Mit der Zeit wurde der Tee immer perfekter, es gab ideale Wassertemperaturen, optimale Utensilien und Richtlinien zur Zubereitung, die Teeblätter wurden in feinen Mühlen und Mörsern zu Pulver verarbeitet, mit heißem aber nicht kochendem Wasser übergossen und mit speziellen Bambusbesen aufgeschlagen. In der Song-Dynastie erlebte der Tee somit seinen bis dahin datierten Höhepunkt. Auch im Ausland wurde man auf den Tee aufmerksam. Vor allem die japanische Wandermönche waren derart von dem Tee begeistert, dass sie ihn mit in ihr Heimatland brachten. Er verhalf ihnen die Fähigkeit, länger und konzentrierter zu Meditieren und zu Arbeiten.  


 Die nächste Phase der Teeentwicklung wurde im 13. Jahrhundert eingeleitet. Mongolische Stämme, angeführt von Dschingis Khan brachen in China ein und verwüsteten das Land. Es würde Jahrzehnte dauern, bis sich China von der Zerstörung und dem Einfluss der Mongolen erhohlen sollte. Sehr viel Kulturgüter aus den vorherigen Dynastien sind dabei verloren gegangen. Die Schönheit in der Zubereitung des Pulvertees wurde nicht mehr erkannt, sie war zu aufwendig, zu altmodisch und wich der einfacheren Teezubereitung, lose Teeblätter mit kochendem Wasser aufzugießen. Im 13. Jahrhundert kamen vermehrt Reisende aus der westlichen Welt und entdeckten die Teezubereitung für sich. Von fein gemahlenen Teeblättern haben sie nichts gehört, wie auch wenn das Wissen darum langsam verblich.

 

In Japan jedoch konnten die mongolischen Angriffe abgewehrt werden, die Schönheit um die Methoden der Zubereitung und des Anbaus des gemahlenen Tees sind überdauert und wurden perfektioniert. Dieser Tee ist heute unter dem Namen Matcha (übersetzt gemahlener Tee) bekannt. Wie wir zuvor erfahren haben, wurden die ersten Teepflanzen und Samen von japanischen Mönchen in das Land gebracht. Genauer gesagt wurden im Jahre 1191 die ersten Grünteesamen in Uji im Bezirk Kyoto gepflanzt. Noch heute beziehen Tempel und Chado Häuser einzig und allein Matcha aus Uji. Dort wurde die Anbautechnik und Verarbeitung über fast tausend Jahre perfektioniert. Auch andere Regionen und sogar Länder bauen den Tee an und verkaufen ihn in aller Welt. Leider findet man darunter häufig Imitate, die mit echtem Matcha nicht viel gemeinsam haben. Auf wichtige Schattenphasen wird verzichtet, Blätter samt Stielen werden verarbeitet und viel zu schnell und heiß in Stahl- statt Steinmühlen gemahlen.

Zen, Teezeremonie und Matcha

Der im 12. Jahrhundert nach Japan gelangte Chan-Buddhismus verbreitete sich im Land und wurde unter dem Namen Zen bekannt. 

Ein charakteristisches Merkmal an den Zen-Mönchen war ihr hang zu einer spezifischen Ästhetikform. Im Schlichten und Einfachen wurde wahre Schönheit erkannt. In den alltäglichen Aufgaben, waren sie noch so klein und unscheinbar, wurde Bedeutung gefunden. Eine wichtige Praktik wurde das stille Sitzen. Das Leben in Achtsamkeit und Gewahrsein zu beschreiten wurde angestrebt. Das bedeutet sich den Augenblick und seiner Tätigkeit völlig Bewusst zu sein. Bei der Meditation trainiert man anfangs die Achtsamkeit auf Atmung und Körper. Später kann solch eine Achtsamkeit auch auf Gedanken, Gefühle und die Umwelt und Tätigkeiten angewendet werden. Hier findet sich die japanische Philosophie im Teetrinken. Die nach Richtlinien vorgegebene Zubereitung des Matcha-Tees wird mit viel Zeit und Training ritualisiert.  

Schon in der Zubereitung versucht du deinen Geist auf den Moment zu konzentrieren.  Ihn in seiner ganzen Schönheit zu erkennen und aufzunehmen. Dies ist keine einfache Aufgabe. Der Genuss des Tees beinhaltet die Aufmerksamkeit deiner ganzen Sinne. Geschmack, Geruch und Farbe sind Zentrum deines Interesses. Durch die Achtsamkeit bei der Zubereitung und dem Genuss des Matchas, bleibt die Zeit kurz stehen, du verweilst im Moment, im Hier und Jetzt. Wie das für dich in den Alltag integrierbar ist und wie so ein Moment aussehen würde, erzähle ich dir weiter unten im Artikel. Zuerst möchte ich dir detaillierter die Teezeremonie und ihre Verbindung zum Zen vorstellen. Die Teezeremonie beschreibt die Zubereitung und den Genuss des Matcha-Tees. Er ist dabei der manifestierte Ausdruck der philosophischen Grundzüge des Teewegs. Harmonie, Frieden, Reinheit und Gelassenheit, Stille, Ehrfurcht und Hochachtung sind Wesensmerkmale und Grundlagen, die bei einer Teezeremonie durchscheinen sollen. So vereint der Zen- Mönch seinen Weg mit dem Tee. 

 

Im Folgenden wird der grobe Ablauf einer Teezeremonie vorgestellt, jedoch muss erwähnt werden, dass sie sich von Schule zu Schule in ihren Details unterscheidet. Es gibt eine große und eine kleine Teezeremonie. Der markanteste Unterschied liegt in dem zubereiteten Tee. Es gibt den Koicha und den Usucha. Diese Matcha- Tees unterscheiden sich in der Konzentration des Matcha-Pulvers im Wasser. Für einen Koicha wird viel Matcha benutzt, er wird sogar leicht dickflüssig und hat einen sehr intensiven Geschmack. Eine einzige Schale reicht für alle Teilnehmer einer Teezeremonie. Der Usucha stellt den Gegenpart dar. Er ist ein dünner Tee und jeder Gast bekommt seine eigene Schale. Beginnen wir nun mit der angesprochenen Teezeremonie. Sie beginnt in einem Warteraum, draußen im Garten.

 

Die zur Teezeremonie eingeladenen Gäste versammeln sich zuerst in einem Warteraum, dieser hat meist die Form eines Pavillons. Dort werden die Gäste vom Gastgeber, der auch gleichzeitig den Teemeister darstellt empfangen. Zuerst waschen sich alle Anwesenden in einem Wasserbassin den Mund und Hände. Dies symbolisiert die Reinigung von allen schlechten Taten und Worten. Anschließend führt der Teemeister seine Gäste über einen Gartenweg zum Teehaus. Der Gartenweg wird sehr zeitaufwendig angelegt und vorbereitet. Er soll den Gästen dazu verhelfen, den Stress des Alltags abzulegen und durch innere Ruhe zu ersetzen. Die 


Kombination aus wunderschönen Pflanzen und perfekt angelegten Steinwegen und Mustern lässt den Gast in eine neue Welt eintauchen. Trotz der Schlichtheit oder gerade durch die mühsam angelegten steinernen Pfade wird die Schönheit dessen erkannt. Fernab von Straßen und Asphalt kann der Gast seine Aufmerksamkeit auf die Natur richten und den Moment in sich aufnehmen. Durch den Gartenweg schreitend erreichen die Gäste das Teehaus. Das Teehaus besteht aus dem Teeraum und einem Vorraum.

 

By Bjoernord (Own work) , via Wikimedia Commons
By Bjoernord (Own work) , via Wikimedia Commons

Am Vorraum angekommen begeben sich die Gäste in den Teeraum. Um zu ihm zu gelangen, müssen sich die Anwesenden durch die 1. Meter hohe Tür zwängen, dies geschieht in einer stark gebückten Haltung. Symbolisch steht dieser Vorgang für die Demut. Demut vor dem Raum, seinen Mitmenschen und der Zeremonie. Man legt seinen sozialen Stand ab, es herrscht Gleichheit unter Gleichen. 

Im Teeraum  fällt der erste Blick auf eine Nische, welche die einzige Dekoration des Raumes beherbergt. Es können dort eine paar schöne Blumen in einer schlichten Vase stehen, jedoch wird man dort nie einen prunkvollen Blumenstrauß vorfinden. Zusätzlich kann dort ein kleines Kunstwerk hängen, auch hier wird man aber keine prunkvollen Malereien entdecken. Doch all dies macht die Dekoration nicht weniger schön, ganz im Gegenteil, im Schlichten soll die Eleganz und Erhabenheit erkannt werden. Nach diesem Prozedere setzen sich die Gäste in dem 3 mal 3 Meter großen Teeraum auf den Boden. Dabei ist der Seiza (kniend und mit dem Gesäß auf den Unterschenkeln) die bevorzugte Sitzposition. Danach reicht der Gastgeber den Gästen ein leichtes Mahl, dabei können die Speisen je nach Jahreszeit variieren. Nachdem die Gäste ihr Mahl beendet haben, begeben sie sich wieder in den Vorraum und warten. Der Teemeister bereitet währenddessen die Tee Utensilien im Teeraum vor und signalisiert mit Gongschlägen die Nächste Phase.

 


Die Gäste setzen sich wieder in den Teeraum und schauen dem Teemeister dabei zu, wie er mit einem Seidentuch die Utensilien noch einmal symbolisch reinigt. Danach bereitet er den Matcha-Tee zu. Zuerst den dickflüssigen Koicha, dabei wird viel Pulver und wenig Wasser verwendet. Eine ganze Schale reicht für alle Anwesenden. Als erstes reicht der Gastgeber dem Ehrengast die Schale, dieser nimmt sie an, verbeugt sich und fragt zuerst seinen Nebenmann, ob nicht er zuerst trinken möge. Er wird jedoch immer ablehnen. Anschließend dreht der Gast, die auf seiner linken Hand liegende, Schale zwei mal mit der rechten Hand im Uhrzeigersinn und nippt drei mal an dem Tee. Der Koicha ist sehr geschmacksintensiv und man sollte wirklich nur drei kleine Schlücke nehmen. Bei jedem dieser Schlücke konzentriert man sich auf jeweils einen Aspket des Tees. Den Geruch, die Farbe und den Geschmack. Der Rand der Schale wird anschließend abgewischt und allen anderen Gästen nacheinander gereicht. Nach dem Koicha bereitet der Teemeister den Gästen einen leichten Tee, den Usucha zu und es werden gesellige Konversationen gehalten. Im Zentrum steht natürlich der wunderbare Geschmack des Tees und die wunderschön eingerichtete Dekorationsnische. Nachdem die Zeremonie beendet wurde begeben sich die Gäste wieder nach Draußen, dabei werden sie vom Gastgeber verabschiedet.       

Die kleine Teezeremonie im Alltag

Der Alltag kann stressig sein, alles muss schnell gehen, jeder hat viele Termine zu erledigen. Kinder, Arbeit und Haushalt. All dies kann Körper und Geist belasten und an den Kräften zehren. Die in der japanischen Kultur verankerten Traditionen des Teetrinkens verhelfen jedoch vielen Menschen täglich zur inneren Ruhe. Es muss keine ausgereifte Teezeremonie sein, auch eine kurze Pause im Büro oder zu Hause mit einer Schale Matcha können wahre wunder bewirken. Allein die Zubereitung des Matchas hat etwas beruhigendes, schon die Mönche wussten um die Wirkung von monotonen und immer wieder festen Regeln folgenden Bewegungen. Ich möchte hier einmal Vorstellen wie sich so ein Moment anfühlen kann: 

 

"Ich schöpfe klares kaltes Wasser in den Wasserkocher. Dabei höre ich wie das Wasser fließt und sehe den klaren Wasserstrahl. Mit einem Klicken stelle ich den Wasserkocher an. Die Spulen im Kocher erhitzen sich. Das Wasser fängt langsam an zu zischen und es bilden sich kleine durchsichtige Perlen die nach oben steigen. Während das Wasser langsam zu kochen beginnt schaue ich ihm nur dabei zu und 


atme. Sobald der Schalter des Wasserkochers leise Klickt, bin ich im hier und jetzt angekommen. Ich weiß genau was ich tue, denn ich tue es bewusst. Ich nehme meine Matcha Schale und ein feines Sieb in die Hand. Mit einem kleinen Bambuslöffel tauche ich in meine Matcha Dose ein und kippe ein wenig Grüntee Pulver auf das Sieb. Mit einem zarten Streichen siebe ich das Pulver in meine Schale. Ich merke wie das Pulver durch die kleinen Löcher im Sieb aufgelockert zu feinem Puder wird. Auch der Duft des frischen Matcha-Tees steigt in meine Nase. Ein leichtes Lächeln strahlt von innen aus mir heraus, während ich die nötige Menge Wasser in meine Schale gieße. Ich nehme den Bambusbesen in die rechte Hand und halte die Schale mit der Linken. Während ich den Matcha-Tee mit einem Bambusbesen aufschlage, bin ich mit meinem vollen Bewusstsein anwesend. Ich denke nicht an meine Arbeit, nicht an mein Wochenende und nicht ans Trinken. Ich schäume meinen Matcha-Tee auf, sonst nichts.  Es ist ein Moment der Ruhe und der Stille. Nur das plätschern des Tees, während ich ihn aufschlage existiert. Schon jetzt achte ich darauf, dass der feine Schaum, der meinen Matcha-Tee krönt, gleichmäßig ist. Wenn das der Fall ist, stelle ich dem Bambusbesen beiseite und setze mich mit meiner Matcha Schale an den Frühstückstisch. Ich sehe wie das heiße Wasser nach oben dampft und einen wohltuenden Geruch verbreitet. Ich atme eins, zwei Mal tief durch und nehme den ersten Schluck von meinem Matcha-Tee, dabei achte ich besonders auf den wundervoll natürlichen Geschmack, den frischen Duft und die jadegrüne Farbe. In diesem Moment, trinke ich meinen Tee. Radio, Fernsehen, häusliche Erledigungen, Arbeit und andere Aufgaben existieren momentan nicht. Ich trinke nur Tee.  

Voller Ruhe und ein Stück mehr im hier und jetzt gefestigt starte ich in den Tag."

 

Solche Erfahrungen kann man durch so eine simple Tätigkeit wie das Teetrinken erleben. Das Teetrinken wird so zu einer Übung. Die Menschen erfahren in einer Zeit, die so schnell verläuft und uns häufig aus den Händen zu gleiten scheint eine Rast. Die neu gewonnene Ruhe und das innere Gleichgewicht wird daraufhin in den Tag hinein getragen und sorgt für Orientierung und Stabilität.

 

Der Mensch kann nun seinem Weg folgen.   


Über die Autoren

Niklas und Olli betreiben einen Online Shop für Matcha-Tee. Ihr Prinzip: Beste Qualität zum besten Preis.

 

Dafür kaufen sie ihren Matcha-Tee direkt bei einer kleinen Tee Plantage in Uji, dem ältesten Tee Anbaugebiet Japans und verkaufen ihn ohne Zwischenhandel, in Großpackungen und ohne große Werbekosten an ihre Kunden. 

 

Lust bekommen auf Matcha? Dann schaut doch einmal in ihrem Matcha-Tee Shop vorbei. 


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- Niklas & Olli

  die Gründer von Matcha-Life